Cyborg, Roboter oder künstliche Lebensform? Die Metamorphose von Agent Smith in der MATRIX-Trilogie

Das Verhältnis zwischen Mensch und Technik ist seit je her ein Untersuchungsobjekt diverser Wissenschaftsfelder. Auch die Filmwissenschaft nähert sich diesem Thema, wobei die theoretischen und fiktiven Ansätze vielfältig sind. Filme wie BLADE RUNNER, TERMINATOR oder I ROBOT thematisieren die Beziehung zwischen Mensch und Maschine auf ihre Weise und zeigen dem Zuschauer, wie es war, ist oder werden könnte.


Die 1999 begonnene MATRIX-Trilogie der Wachowski-Brüder, bestehend aus MATRIX, MATRIX RELOADED und MATRIX REVOLUTIONS, beschäftigt sich mit einem Szenario, in dem die Menschheit mit einem ihrer uralten Träume, die Erschaffung der künstlichen Intelligenz, konfrontiert wird und die herrschende Spezies nicht mehr aus Fleisch und Blut, sondern aus Bits und Bytes besteht. Im Folgenden soll insbesondere der Begriff des Cyborgs definiert und anhand von Agent Smith, einem der Hauptcharaktere der Film-Trilogie, verdeutlicht werden, der im Laufe der Handlung verschiedene Phasen durchläuft, die das Verhältnis zwischen ihm und seiner Umwelt maßgeblich verändern. Am Ende dieser Arbeit steht das Ziel herauszufinden, ob es sich bei Agent Smith um einen Cyborg, einen Roboter oder eine künstliche Lebensform handelt.

Der Cyborg und seine Diskurse
Der Begriff Cyborg ist eine Wortzusammensetzung aus cybernetic, der Wissenschaft über Kontrolle und Kommunikation bei Menschen und Tieren, und organism. Ursprünglich kommt er aus dem Griechischen und trägt die Bedeutung Steuermann. Den Einzug in den wissenschaftlichen Diskurs erhielt der Begriff erstmals 1960 durch Manfred E. Clynes und Nathan S. Kline, die den Cyborg als „sich selbst regulierende Mensch-Maschine-Systeme“ definierten.


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Barbara Orland stellt fest, dass „[wir uns] nach Auffassung vieler Zeitgenossen […] in einem Zeitalter [befinden], in dem die Grenze zwischen Körper und Technik vor der Auflösung steht.“ Jene Grenze ist es, die es zu hinterfragen gilt. Wo hört der menschliche Körper auf und wo fängt die Technik an? !Homo sapiens, wenn er eine Brille aufsetzt, hat sich bereits verändert. Wenn er ein Fahrrad benutzt, wird er im Prinzip zu einem Cyborg. Am Anfang war es ein wenig schwer, das Fahrradfahren zu erlernen, aber wenn man es einmal gelernt hat, macht man all diese Dinge automatisch, und das Fahrrad wird fast zu einem Teil von dir.” Bereiche wie die Raumfahrt, wo der Cyborg-Begriff seinen Ursprung hat, die Medizin oder das Militär sind durch Entwicklungen, die das Verhältnis zwischen Mensch und Technik verändert haben, maßgeblich beeinflusst worden. So ist der „moderne Infanterist“, ausgerüstet mit einem Maschinengewehr, Schutzpanzern und Funkgerät, „bereits heute ein Cyborg.“ Technische Hilfsmittel wie Brillen, Kontaktlinsen, Uhren, Schuhe oder aber der Herzschrittmacher erhalten unweigerlich Einzug in die Gesellschaft. „Der Cyborg wird somit […] schrittweise zur gesellschaftlichen Realität.“

Cyborgisierung
Unter Cyborgisierung versteht man „die Verschmelzung zwischen Mensch und Maschine in deren Verlauf der Mensch zu einem Cyborg, einer Mensch-Maschine Hybride, wird.“ Daniel Diemers unterteilt diese Entwicklung in drei Teilprozesse: 1. Die Invasion des Körpers, 2. die Prothetisierung des Körpers und 3. das Verlassen und Abstoßen des Körpers.

Die Invasion des Körpers
Einer der sequentiellen Prozesse der Cyborgisierung ist „das Eindringen des Menschen in den eigenen Körper mit Hilfe der Technik,“ so Diemers. „Bereits heute steht ein beachtliches invasives und nicht invasives Arsenal“, darunter Röntgendiagnostik, Elektrodiagramme oder Differentialblutbilder, „für das Eindringen und Durchleuchten des Körpers bereit.“ Nicht zuletzt durch den „stetig wachsende[n] Forschungsdruck in den Naturwissenschaften – und hier vor allem in der Gentechnologie“ – wird die Anzahl an Analyse-Geräten in Zukunft weiter steigen, wodurch die Invasion des Körpers vereinfacht wird.

Die Prothetisierung des Körpers
Der Hauptaspekt der Cyborgisierung liegt in der zunehmenden Prothetisierung des Körpers, der durch endogene, exogene oder chemische Hilfsmittel zu einer Mensch-Maschine-Verbindung wird. Letztere sollen “de[m] Cyborg in der modernen Gesellschaft dabei helfen, nicht nur verlorene körperliche Fähigkeiten wiederzuerlangen, sondern darüber hinaus die natürlichen Grenzen des Körpers erweitern.”

Als „charakteristisch für die Cyborgisierung“ bezeichnet Diemers solche Prothesen, die dem Körper dauerhaft erhalten bleiben und Körperteile partiell oder vollständig ersetzen. Er fügt zwar hinzu, dass auch exogene Prothesen, die prinzipiell außerhalb des Körpers hinzugefügt werden, ihren Teil zum Cyborgisierungsprozess beitragen, merkt jedoch zugleich an, dass „deren Zunahme keineswegs eine aktuelle Gegebenheit ist“, man denke beispielweise an die Herstellung von Pfeil und Bogen, „sondern eigentlich seit Beginn der Menschheitsgeschichte [zu beobachten]“ ist. Darüber hinaus offenbart sich der Trend, dass „bisherige Exoprothesen durch Endoprothesen ersetzt [werden], die invasiv in den Körper eingebracht werden“ , mit dem Ziel sich Schritt für Schritt mit der Maschine zu verbinden.

Das Verlassen und Abstoßen des Körpers
„Die bisherigen Teilprozesse der Cyborgisierung zielen immer in die gleiche Richtung: Der Mensch versucht, den körperlichen Beschränkungen zu entfliehen.“ In Folge dessen steht die völlige Abkopplung und Unabhängigkeit von jenen Beschränkungen am Ende des Cyborgisierungsprozess. “Durch das schrittweise Verlassen des Körpers entledigt man sich auch dessen biologischer Beschränkung. Dieses letzte Projekt beschreibt Peter Gross treffend als “die Erledigung der menschlichen Körperlichkeit. Die Jagd auf den verschmäht hinter dem technischen Gerät herhumpelnden, transpirierenden, von Krankheiten geplagten, seinem Tode entgegenschrumpfenden menschlichen Körper hat begonnen. Die Auswechslung seiner Organe ist im Gange.”

Der Mensch wird also nicht mehr durch physische oder geografische Handicaps eingeschränkt sein und kann stattdessen seine „Identität durch informationelle Austauschprozesse […] abgrenzen, ausweiten und verteidigen.“ Diese Austauschprozesse werden vorrangig im so genannten Cyberspace in Verbindung mit einer virtuellen Realität stattfinden, die eine „Simulation einer Realität [erzeugt], die ausschnittweise ein Abbild der bestehenden Welt oder eine totale Neuschöpfung sein kann“ und sowohl Interaktionen zwischen Individuen als auch Handlungen ermöglicht, die alle Sinneswahrnehmungen, „also [die] visuellen, akustischen, taktilen, olfaktorischen und gustarorischen,“ beanspruchen.


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Bionisierung
Parallel zu dem Prozess der Cyborgisierung lässt sich in der Menschheitsgeschichte die Genese erkennen, dass „eine Angleichung der Maschine an den Menschen angestrebt [wird], wodurch [sich] die Maschine zu einer biologisch-technischen Hybride“ entwickelt. Dieser Prozess, den „man als Humanisierung oder Vitalisierung der Maschine bezeichnen könnte“, hat das Ziel ein virtuelles oder nicht virtuelles künstliches Leben zu erschaffen und wird in der Wissenschaft unter dem Begriff der Bionisierung geführt.

Das wichtigste Forschungsfeld der Bionisierung ist die Bionik, die sowohl in der Biologie und Mathematik als auch im Ingenieurswesen zum tragen kommt: “Bionik ist die Disziplin der Anwendung von Prinzipien, die von lebenden Systemen abgeleitet werden, bei der Lösung von Problemen des Designs. [...] Bionisch ist das Adjektiv und bezieht sich auf Dinge, die lebensähnlich funktionieren, oder auf Bestrebungen, solche Dinge produzieren.” Jene Produktion lässt sich auf drei Ebenen beobachten: Zum einen auf der Hardwareebene, die sich auf physische und materielle Bestandteile, unter anderem Siliziumchips, beschränkt und zum anderen auf der Interfaceebene, die untersucht auf welche Art und Weise Kommunikation zwischen Mensch und Maschine stattfinden kann.

Die dritte und „gleichzeitig […] größte Herausforderung für jegliche Angleichung der Maschine an den Menschen“ ist die Softwareebene. Sie bezeichnet den Inhalt, das Programm und den Prozessablauf, der Maschine und „ist unter dem Begriff Künstliche Intelligenz (KI) respektive Artificial Intelligence (AI) bekannt geworden.“

Agent Smith
Jene Intelligenz soll bei der Analyse des Filmcharakters Agent Smith eine tragende Rolle spielen, da sie, wie im Folgenden festgestellt wird, maßgeblich Einfluss darauf hat, um welches Wesen es sich bei ihm handelt. Hierfür gilt es zunächst seine Person und sein Umfeld zu analysieren.

MATRIX – Agent Smith als Anti-Virus-Software
Im ersten Teil der MATRIX-Trilogie ist die Welt, wie sie die Menschheit Ende des 20. Jahrhunderts in Erinnerung hat, nicht mehr dieselbe. Durch die Erschaffung der Künstlichen Intelligenz kommt es im Jahre 1999 zu einer Entwicklung, deren mögliches Szenario bereits von Aldous Huxley in Schöne neue Welt treffend beschrieben wurde: “Die Maschinen werden uns irgendwann an Intelligenz übertreffen, und wir werden das Problem keinesfalls dadurch lösen, daß wir einfach den Stecker herausziehen. [...] Der erbarmungsloser Fortschritt der KI zwingt uns, die unausweichliche Frage zu stellen: Stehen wir im Begriff die nächste Spezies intelligenten Lebens auf der Erde zu erschaffen? [...] Kann nicht biologisches Leben eine höhere geistige Entwicklungsstufe erreichen als die Menschheit?”

Die Menschheit wird im Zuge eines Krieges zwischen Mensch und Maschine versklavt und fungiert seither als Energiequelle für die Maschinen. Um das volle Potential der menschlichen Batterie ausschöpfen zu können, entwickeln die Maschinen die Matrix, eine „computergenerierte Traumwelt, die geschaffen wurde um [die Menschheit] unter Kontrolle zu halten“ , indem sie den Menschen eine virtuelle Realität präsentiert, die sie als real wahrnehmen. Nur ein geringer Teil der Menschheit kann sich dieser Ankopplung an die virtuelle Welt entziehen und versucht die übrigen Menschen aus der Matrix zu befreien.

Die Aufgabe von Agent Smith ist es, dem entgegenzuwirken. Er ist innerhalb der Matrix die Kontrollinstanz, „[er ist] der Beschützer der Matrix“ , ein intelligentes Programm, das die Fähigkeit besitzt, sich in jede Software einzuschreiben, die an das Maschinen-System angeschlossen ist, wodurch er „innerhalb der Matrix […] jedermann und gleichzeitig niemand“ ist. Im Laufe der Filmhandlung trifft Agent Smith auf Neo, den Auserwählten, der laut der Prophezeiung des Orakels, ebenfalls ein Programm, die Menschheit befreien und den Krieg beenden wird. Im finalen Kampf zwischen den beiden Kontrahenten unterliegt Agent Smith und wird zerstört.

MATRIX RELOADED – Agent Smith als freier Bestandteil der Matrix
Wird ein Programm zerstört, hat es zwei Möglichkeiten: „Wenn es geschieht, kann sich das Programm entweder hier [in der Matrix] verstecken oder es kehrt zur Quelle zurück. In den Zentralcomputer der Maschinen.“ Agent Smith entscheidet sich dazu nicht zurückzukehren und bleibt weiterhin Bestandteil der Matrix “Ich konnte es nicht. Ich fühlte mich gezwungen zu bleiben. Den Befehl zu verweigern. Und nun stehe ich hier, Ihretwegen Mr. Anderson. Ihretwegen bin ich kein Agent des Systems mehr. Ihretwegen bin ich verändert, bin nicht mehr vernetzt. Ein neuer Mann könnte man sagen. Wie Sie, dem Anschein nach frei.”

Seiner Meinung nach es ist seine Bestimmung, diese Entscheidung getroffen zu haben. Im Gegensatz zum ersten Teil der Trilogie, in der Agent Smith im Auftrag der Maschinen handelt, verfolgt er nun eigene Ziele, die sich teilweise mit denen der Maschinen, die Vernichtung der Menschheit, decken. Darüber hinaus besitzt er nun die Fähigkeit Duplikate von sich herzustellen, indem er das Restselbstbild, die mentale Projektion des digitalen Selbst, der an die Matrix angeschlossenen Menschen übernimmt.

Morpheus: Jetzt gibt es sie also mehr als einmal.
Neo: Sehr viel mehr.
Link: Wie ist das möglich?
Neo: Ich weiß es nicht. Irgendwie hat er einen Weg gefunden sich zu duplizieren.
Morpheus: Hat er das mit dir gemacht?
Neo: Ich weiß nicht was er getan hat. Aber es ich weiß wie es sich angefühlt hat.
Trinity: Wie?
Neo: […] Es fühlte sich wie Sterben an.

Mit Hilfe dieser neuen Fähigkeit schafft es Agent Smith in eines der Mitglieder des Widerstandes einzudringen, kurz bevor dieses sich aus der Matrix ausklinken will und erhält somit die Möglichkeit an Stelle der eigentlichen Person in die reale Welt zu entfliehen, wo er auf einem der Kampfschiffe einen frühzeitigen elektromagnetischen Puls freisetzt, der einen Großteil der Schiffsflotte, die sich auf den Kampf gegen die Maschinen vorbereitet, zerstört. Als einziger Überlebender wird der ohnmächtige Bane alias Agent Smith auf dem Hovercraft-Schiff Hammer festgehalten, um herauszufinden, wer für diese Tragödie verantwortlich ist.

MATRIX REVOLUTIONS – Wer oder was ist Agent Smith?
Während sich in den ersten beiden Teilen der Film-Trilogie die Frage nach der Lebensform von Agent Smith nicht stellt, ist sie im dritten und letzten Teil von großer Bedeutung. Denn Agent Smith kann sich nun simultan in der Matrix und in der Wirklichkeit bewegen. Dies wirft folgende Frage auf: Wer, oder viel mehr was, ist Agent Smith?

Ausgehend von der „erste[n] Ausformulierung der Grundidee eines kybernetische Organismus – halb Mensch, halb Maschine“ – kann man Bane respektive Agent Smith sicher als Cyborg klassifizieren. Betrachtet man jedoch das Ziel der Cyborgisierung, „nämlich technische Elemente organische Bestandteile des Menschen werden zu lassen“, eröffnet sich das Problem, dass eben jene Situation nicht vorliegt. Stattdessen hat sich ein Computerprogramm in den Geist einer realen Person ‘eingepflanzt‘.

Jener Geist, wenn man ihn denn als solchen bezeichnen mag, stellt das dar, was die Wissenschaft in Bezug auf die Technik als Künstliche Intelligenz (KI) beschreibt, die „von einem bestimmten evolutionären Stadium an“ die Voraussetzung für künstliches Leben ist. Aber was ist Intelligenz und wie soll geprüft werden, ob eine Maschine intelligent ist? Eine genaue Definition existiert nicht, als allgemein anerkannt, gilt jedoch folgender Test. “In einem medial vermittelten Dialog zwischen dem System und einer zufällig zusammengesetzten Gruppe von Testpersonen sollen mindestens dreißig Prozent der Testpersonen nicht bemerken, dass sie sich mit einer künstlichen, nicht menschlichen Entität unterhalten. […] Die Idee eines Tests blieb dominant, denn es wurde allgemein davon ausgegangen, dass ein Computer, um eine Person zu überzeugen, dass er menschlich ist, Ironie zeigen müsste, einen Sinn für Humor, Wissen über Romantik und die Fähigkeit, sensibel über solche Dinge wie Neid, Angst und Auswärts-Essen sprechen zu können. Eine Maschine, die all dies tun könnte, würde es verdienen intelligent genannt zu werden, und würde dazu mehr als nur Tricks benötigen.”

In MATRIX REVOLUTIONS kommt es zu einer Konfrontation zwischen Bane und sieben Besatzungsmitgliedern der Hammer. Er wird über die Auslösung des elektromagnetischen Puls befragt, beteuert jedoch, dass er sich scheinbar an nichts erinnern kann. Ein virtuelles Delirium wird von der Ärztin ausgeschlossen. Sie begründet den Erinnerungsverlust damit, dass das Gehirn von Bane “viele ungewöhnliche neurale Aktivitäten [aufweist]. Ein paar synaptisch verknüpfte Impulse, sowie Anzeichen eines kürzlichen Traumas mit frisch vernarbtem Gewebe auf dem gesamten Cortex.”

Es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass die Schiffscrew daran zweifelt, dass es sich bei Bane um einen natürlichen Menschen handelt, womit er den Test bestanden hat und demnach eine KI besitzt und somit eine künstliche Lebensform darstellt.

Nachdem nun festgestellt wurde, dass es sich bei Agent Smith um eine nicht menschliche Entität mit einer KI handelt, kann nun untersucht werden, ob er das Ergebnis einer vollständigen Bionisierung, ein intelligenter Roboter, ist. Ziel der Robotik ist nämlich eine künstliche Lebensform zu erschaffen, die dem Menschen ebenbürtig ist. “Robotik ist das Eintreten Künstlicher Intelligenz in die reale Welt. […] Der wichtigste Unterschied zu virtuellen künstlichen Lebewesen ist die Körperlichkeit des Roboters, durch die er in der nicht virtuellen Welt kommunizieren und wirken kann.” Indem Agent Smith die körperliche Form von Bane übernimmt, kann er in der realen Welt agieren und mit anderen Personen interagieren, was ihn zumindest in der Theorie zu einem Roboter werden lässt.


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Fazit
Die Tatsache, dass bei Agent Smith und Bane eine Verschmelzung zwischen einem menschlichen Körper und einem intelligenten Computerprogramm stattgefunden hat, weist sowohl Charakteristika der Cyborgisierung als auch der Bionisierung auf. „Das Fehlen einer Theorie der Intelligenz und besonders einer Theorie, die erklärt, wie eine in einer Umgebung der wirklichen Welt verwurzelte Intelligenz zustande kommt,“ erschwert eine genaue Definition. Hinzu kommt, dass, wie Barbara Orland richtig beschreibt, “jenseits solcher Definitionsprobleme außerdem die Tendenz [besteht], Begriffe wie “Cyborg” oder “Hybridwesen” nicht mehr zu präzisieren. Ursprünglich darauf ausgerichtet, essentialistische Positionen zu kritisieren, sind sie längst selbst wieder zu universalen Subjektkategorien geworden”, was folgende Äußerung erlaubt: “Das technische am Körper und das Lebendige an der Technik müssen fortwährend bestimmt werden. Ein großer Teil der Diskussion dreht sich folglich um die Frage, was noch “natürlich” oder schon “technisch” ist. Diese Differenzierung liefert dann die Ausgangsbasis für moralische Urteile und Bewertungen technischer Entwicklungen. “

Ob es sich bei Agent Smith um einen Cyborg, einen Roboter oder eine künstliche Lebensform handelt, kann an dieser Stelle nicht genau beantwortet werden, da jene Mensch-Maschine-Kombination zwar in der Fantasie bereits existiert, in der Praxis und Theorie jedoch bisher unangetastet bleibt, wodurch lediglich Mutmaßungen angestellt werden können, die nicht Bestandteil dieser Arbeit sein sollen.


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Literaturverzeichnis

  • Diemers, Daniel: Die virtuelle Triade – Cyberspace, Maschinenmensch und künstliche Intelligenz. Bern/Stuttgart/Wien 2002.
  • Giesen, Rolf: Künstliche Menschen – Ein Glossar In: Wolfgang Jacobsen/Gabriele Jatho (Hrsg.): Künstliche Menschen – Mansische Maschinen – Kontrollierte Körper. Berlin 2000, S.203-207
  • Haraway, Donna: Ein Manifest für Cyborgs – Feminismus im Streit mit den Technowissenschaften. In: Carmen Hammer/Immanuel Stieß (Hrsg.): Die Neuerfindung der Natur – Primaten, Cyborgs und Frauen, Frankfurt/Main/New York 1995
  • MATRIX (THE MATRIX), USA/Australien 1999, Erstausstrahlung (USA): 31.03.1999, Deutschsprachige Erstausstrahlung: 17.06.1999, R: Andy Wachowski/Larry Wachowski
  • MATRIX RELOADED (THE MATRIX RELOADED), USA/Australien 2003, Erstausstrahlung (USA): 07.05.2003, Deutschsprachige Erstausstrahlung: 22.05.2003, R: Andy Wachowski/Larry Wachowski
  • MATRIX REVOLUTIONS (THE MATRIX REVOLUTIONS), USA/Australien 2003, Erstausstrahlung (USA): 27.10.2003, Deutschsprachige Erstausstrahlung: 05.11.2003, R: Andy Wachowski/Larry Wachowski
  • Orland, Barbara: Wo hören Körper auf und fängt Technik an? Historische Anmerkungen zu posthumanistischen Problemen. In: Barbara Orland (Hrsg.): Artifizielle Körper – Lebendige Technik – Technische Modellierungen des Körpers in historischer Perspektive, Zürich 2005, S. 9-42.
  • Speen, Dierk: Cyborgs: Technische Werkstoffe und Komponenten im Menschen, S. 1f. (14.09.2010)

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Autor: Christian Kresse
Publikationssdatum: 31.03.2011
Publikationsort: Privat/Universität
Anmerkung: Dieser Text entstand als Hausarbeit im Zuge des “Basismodul 4: Formate, Genres, Gattungen – Übung: Puppen, Roboter, Cyborgs – künstliche Menschen in Medien” im Studiengang Medienkulturwissenschaften/Medienrecht 1-Fach-Verbund (BA) im 2. Fachsemester an der Universität zu Köln – Note: 1,7 – Bei Bedarf bin ich gerne bereit Interessenten die Hausarbeit im PDF-Format inklusive Fußnoten zukommen zu lassen. Anfragen bitte über die Kommentarfunktion äußern.

Kommentare

  1. Holger sagt:

    Sehr gute Arbeit.

  2. Christian Kresse sagt:

    Vielen Dank!

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