Jubiläums-Interview mit dem n!faculty-Management

Geschrieben von Christian Kresse

10 Jahre n!faculty

- Jubiläums-Interview mit dem n!faculty-Management -

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Vor 10 Jahren wurden die Grundsteine für das heutige n!faculty gelegt. In einem Gemeinschaftsinterview lassen Carsten ‘n!Wepster’ Kunde, Guido ‘n!Gee73′ Schröder, Peter ‘n!law’ Siedlatzek, Kilian ‘n!derleo’ Ricken und Frank ‘n!Pee23′ Pinter die letzten 10 Jahre Revue passieren und zeigen, was wir in Zukunft von n!faculty zu erwarten haben. (Weiter lesen)
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Zehn Jahre n!faculty – In der schnelllebigen Welt des eSport eine Ewigkeit. Viele Clans und Organisationen sind in den vergangenen Jahren aufgestiegen, abgestiegen oder in der Versenkung verschwunden. n!faculty darf sich nicht erst seit heute als Meilenstein des eSport bezeichnen. Nun rundet n!faculty – Was ist das für ein Gefühl?

Carsten ‘n!Wepster’ Kunde: Ein gutes Gefühl ist das! Auf der einen Seite kann ich es kaum glauben, dass nun schon 10 Jahre rum sind. Auf der Anderen bin ich sehr stolz auf die Entwicklung und die Tatsache, dass wir uns immer selber treu geblieben sind.

Guido ‘n!Gee73′ Schröder: Bin ich schon so alt? Wahrscheinlich. Ist ein gutes Gefühl und eine gehörige Portion Stolz ist mit Sicherheit auch dabei!

Frank ‘n!Pee23′ Pinter: Da ich ja nun damit auch seit zehn Jahren in der Leitung dieses Clans stehe, fühle ich mich natürlich sehr verbunden mit dem was bei uns über die Jahre entstanden ist. Obwohl ich schon 36 Jahre alt bin, so sind zehn Jahre auch in meinem Leben natürlich eine lange Zeit. Eine lange Zeit, die ich mit meinem Hobby konstant verbracht habe, welches mich viel Freizeit, noch mehr Geld und noch viel mehr Nerven gekostet hat. Insofern bin ich natürlich glücklich, dass unser „Baby“ auch nach zehn Jahren immer noch existiert und eine gesunde Entwicklung genommen hat. Was mich dabei am meisten freut, ist die Tatsache, dass n!faculty – also dieses „Kellerkindhobby“ Computerspielen – meine Freundschaft zu meinen langen Weggefährten (insb. Carsten und Guido) unheimlich intensiviert hat und dass ich über n!faculty viele viele neue gute Freunde habe gewinnen können.

Zu diesen Freunden zählen auch Peter ‘n!law’ Siedlatzek und Kilian ‘n!derleo’ Ricken. Beide sind erst einige Jahre nach der Gründung zum Management dazugestoßen . Wie groß ist der Anteil der beiden an der Entwicklung von n!faculty?

Frank ‘n!Pee23′ Pinter: Seit gut anderthalb Jahren sind die beiden jetzt bei uns in der Führungsarbeit aktiv. Insofern lässt sich die Entwicklung, die n!faculty in dieser Zeit genommen hat, 1 zu 1 auf ihr Engagement übernehmen. Letztlich sind gerade Peter und Kilian für n!faculty sehr wichtig, weil sie viele neue Gedanken hereingebracht haben und bringen und darüber hinaus auch selbst aktiv umsetzen. Da sind also nicht nur zwei gute Persönlichkeiten zu uns gestoßen, sondern auch zwei Menschen, die nicht nur reden, sondern auch „machen“. Ohne die beiden hätten wir diese Entwicklung nie nehmen können!

Um das Jubiläum entsprechend zu feiern, findet am 16. Januar eine Party für geladene Gäste, darunter viele Vereinsmitglieder, statt. Was erwartet die Gäste dort?

Frank ‘n!Pee23′ Pinter: Unser Bestreben liegt seit Gründung der n!faculty management GmbH darin, die Nummer 1 in Deutschland zu werden. Wir sind auf einem guten Weg, aber noch laaaange nicht dort angekommen, wo wir hinwollen. Daher werden wir die Feier kaum nutzen, um uns gegenseitig für das Geleistete auf die Schulter zu klopfen, sondern vielmehr, um denen zu danken, die uns seit Jahren dabei unterstützen. Ich denke viele Mitglieder können auf ihr Engagement stolz sein, denn ohne sie gäbe es n!faculty nicht. Darüber hinaus werden wir, wie immer wenn wir uns alle persönlich gegenüber stehen, wieder viel zu Plaudern haben und viele neue Pläne schmieden, die uns wieder viel Arbeit machen werden :)

Guido ‘n!Gee73′ Schröder: Das was uns ausmacht! Mit Freunden und Gleichgesinnten über das gemeinsame Hobby quatschen, lachen und ein oder zwei Kaltgetränke verzehren.

Aller Anfang ist schwer. Wie war das bei euch? Wie kam der Kontakt zwischen euch zustande und wie lief die Gründung des Clans ab?

Frank ‘n!Pee23′ Pinter: Neben den ursprünglichen Gründungsmitgliedern Robert Raymund, Jörg Mühlenberg, Frank Beckers und den noch heute aktiven Strategen Carsten Kunde, Guido Schroeder und mir, bestand schon viel länger eine Freundschaft. Wir kommen alle aus der Ecke Mönchengladbach und hatten unsere ohnehin schon bestehenden Freundschaften über das gemeinsame Hobby Computerspielen intensiviert. Nachdem wir etliche Lans bei mir in der Küche in Duke Nuken 3D oder Quake 1 und 2 bestritten hatten, habe ich dann eines Abends einen Clan in der MS Gaming Zone ins Leben gerufen und den anderen nur noch gesagt, wo sie sich einzutragen hatten. 16.01.1999: Bing! n!faculty war geboren!

Carsten ‘n!Wepster’ Kunde: Der Kontakt zwischen Frank und mir kam hauptsächlich durch die Freundschaftet unserer Freundinnen zu Stande. Ich kannte Frank zwar aus der Schule, wir lagen da allerdings noch nicht auf einer Wellenlänge. Die Liebe zu PC-Spielen und dem Computer hat uns dann schließlich zusammen gebracht. Guido war damals mit Frank zusammen bei der Polizei, ihn habe ich ebenfalls über das PC-Spielen kennen gelernt. Heute sind beide meine besten Freunde!

Hat der eSport oder das Projekt n!faculty diese Freundschaft schon einmal auf die Probe gestellt?

Carsten ‘n!Wepster’ Kunde: Sowohl als auch kann ich da sagen. In den Tagen wo Frank, Guido und ich noch aktiv in der Quake Szene mitgemischt haben hatten wir ständig Krach während des Spiels. Ich kann mich noch an eine LAN bei Frank im Keller erinnern von welcher Guido und ich nach ein paar Stunden wieder abgehauen sind weil Frank permanent jede Situation kommentiert und geflucht hat. Auch im Projekt gab es Phasen wo unterschiedlicher Meinung war und sich mal gekracht hat. All das hat uns aber eher zusammen geschweißt als entfremdet!

Seit Januar 1998 ist n!faculty nun im eSport vertreten. Seitdem gab es viele Höhen und Tiefen. Kann man da überhaupt noch einzelne Events, Situationen oder Geschehnisse hervorheben, die n!faculty geprägt haben?

Carsten ‘n!Wepster’ Kunde: Oh ja, das kann man. Und je älter man wird desto öfter erzählt man von diesen. Ich erinnere mich noch sehr gut an unsere erste Clanfahrt nach Holland oder die legendären LAN-Parties bei Frank in der 12 m² Küche wo wir Stunden verbracht haben das BNC-Netzwerk zum Laufen zu bekommen.

Frank ‘n!Pee23′ Pinter: Ich bekomme von wichtigen sportlichen Ereignissen ja nie was mit – selbst wenn ich vor Ort bin. Ich bin leider ein so nervöses Wrack wenn unsere Teams spielen, dass ich z.B. bei den WWCL Finals 6 während des Counterstrike-Endspiels mit zittrigen Händen geschlagene drei Stunden durch das dortige Industriegebiet gelatscht bin und immer wieder mal am Eingang vorbei schlenderte, nur um zu hören, ob es vielleicht schon aus ist… Ehrlich, viele unsere Erfolge haben mich motiviert. Aber vor allem haben sich viele Leute bei der Entwicklung von n!faculty eingebracht und mit diesen Leuten zusammen zu arbeiten, dass ist das was wir und insbesondere ich bei n!faculty so wertschätzen.

Guido ‘n!Gee73′ Schröder: Stimmt, es waren einig! Jede Clanfahrt hat mindestens ein Highlight gehabt, manche sogar Highlights im zweistelligen Bereich aber auch die Messen (Cebit/GC) waren toll! Sportlich bleibt natürlich der erste Prestigesieg, der Gewinn der WWCL hängen aber aktuell fand ich auch das Ifng in Köln im März diesen Jahres sensationell. Das war das erste und einzige Mal, dass all unsere Frauen dabei waren und dann gleich mit der Fanbustour so eine riesen Stimmung und dann noch das geile Spiel und der knappe Sieg gegen die Mäuse – da gab es dann auch Verständnis von den Frauen dafür, dass wir so viel Zeit n!faculty investieren.

Du sprichst von Verständnis für ein außergewöhnliches und zeitintensives Hobby. Die Gesellschaft hat noch immer Probleme, wenn es um die Annahme von Computerspielen wie Counter-Strike geht. n!faculty hat unter anderem das Vereinsheim gegründet, um den Leuten eine Anlaufstelle zu bieten, wo sie Informationen erhalten und austauschen können. Inwiefern könnt ihr oder n!faculty dem eSport helfen weiter an Akzeptanz und Verständnis zu gewinnen und ist euch dies bereits geglückt?

Guido ‘n!Gee73′ Schröder: Du hast es selbst erwähnt, mit dem Vereinsheim und der einhergehenden Berichterstattung ist uns dies schon geglückt. Ich kann mich erinnern, dass die Medien den eSport in 2007 wo sie nur konnten zerrissen haben. Die Eröffnung des Vereinsheims durch Herrn Schramma war so medienwirksam wie iuch es zuvor noch nicht erlebt habe. Es waren mehrere Berichte im TV, viele in den Printmedien und noch mehr in den Onlinemedien über n!faculty und das Vereinsheim und nicht ein einziger Bericht hatte auch nur einen negativen Touch. Wir gehen das Thema eSport bewusst verantwortungsvoll an und kommunizieren das, wo wir nur können. Das werden wir entsprechend weiter ausbauen und durch die Projekte mit Schulen, die im letzten Teil des Jahres 2008 begonnen haben und in diesem Jahr intensiviert werden, werden wir bestimmt wieder positiv in den Medien erscheinen und somit unseren Teil zur Akzeptanz auch in Zukunft beitragen.

Keiner kann verleugnen, dass sich n!faculty immer weiter entwickelt und professionalisiert hat. Was hattet beziehungsweise habt ihr anderen Clans und Organisationen voraus?

Frank ‘n!Pee23′ Pinter: Ich kenne die Strukturen unserer Kontrahenten nicht gut genug, um wirklich beurteilen zu können, was wir besser machen. Ich weiß aber, was wir gut machen:
Angleichung der Strukturen an professionelle Sportvereine mit einer Breitensportabteilung ; Gute Kontakte in die Politik und Wirtschaft, die sich auf gegenseitige -ertschätzung berufen; Nicht nur Arbeit für unser Wohl, sondern auch für den eSport an sich und darüber hinaus für Jugendliche, die Hilfe benötigen; Bildung einer Fanbasis mit entsprechender Betreuung.

Aber auch wir haben noch in vielen Bereichen Defizite. Defizite, die uns aber mittlerweile bekannt sind und an deren Behebung wir die kommenden Monate und Jahre zu arbeiten haben.

Guido ‘n!Gee73′ Schröder: Ich weiß nicht so genau, wie es bei den anderen so abläuft darum kann ich nur mit den Aussagen von unseren Partnern antworten, die uns durch die Bank alle für unsere professionelle Berichterstattung loben und als Grund für Kooperationen unsere Beständigkeit als entscheidenen Punkt nennen. Im Kern sind wir seit den besagten 10 Jahren zusammen und haben uns in der Zeit kein einzigen Fall von Unserösität geleistet. Das gilt auch für unseren Ruf in der Community, es wird schwer sein jemanden zu finden in der Gamerszene, der behauptet, das wir ein Versprechen oder eine Absprache nicht eingehalten haben. Das hat uns jedes Jahr den ein oder anderen guten Spieler gekostet weil das leider nicht jeder andere Clan so sieht. Aber langfristig kann nur das der Weg sein, um erfolgreich zu sein.

Carsten ‘n!Wepster’ Kunde: Wir haben n!faculty von Beginn an als Verein verstanden und entsprechend aufgebaut. Bei uns standen der Spaß und die persönliche Beziehung immer vor dem finanziellen Erfolg. Dies zusammen mit der durch unser Alter bedingten Ruhe und Geduld hat wohl den Ausschlag für die Entwicklung hin zum heutigen n!faculty gegeben und entscheidet uns auch heute noch von vielen anderen Organisationen.

Viele Clans sind in den vergangengen zehn Jahren gegründet und wieder geschlossen worden. Gab es bei euch einmal die Phase, wo ihr darüber nachgedacht habt das Projekt n!faculty zu beenden?

Carsten ‘n!Wepster’ Kunde: Ja, die gab es. Wir haben in den letzten Jahren einige Hochs und Tiefs mitgemacht, da ist es nur klar, dass einem der Gedanke in den Kopf kommt und man sich fragt wofür man das alles macht. Gerade in solchen Phasen lernt man aber auch die Situation zu schätzen, dass man nicht alleine am Ruder steht sondern Personen um sich hat , die einen kühlen Kopf bewahren oder sich gegenseitig motivieren und so auch in schlechten Zeiten den Mut nicht verlieren und Beständigkeit garantieren. Kurzum; vereinzelt wurde schon einmal drüber nachgedacht, gemeinschaftlich war an ein aufhören aber nie zu denken.

Ihr seid quasi seit der Geburtsstunde des deutschen eSport dabei. Ihr habt die enorme Entwicklung der ESL, die Glanzzeiten vieler Teams, den Beitritt der freien Wirtschaft und vieles mehr miterlebt. Wenn man zurückblickt, ist die heutige Situation doch sicherlich surreal …

Frank ‘n!Pee23′ Pinter: Ich halte die Entwicklung in den letzten Jahren für ganz und gar nicht surreal. Ich denke sogar, dass die Entwicklung noch viel zu langsam ist und bedeutend schneller sein könnte. Viele der Clans stehen dem eSport und dabei auch sich selber im Weg, gerade was die finanzielle Entwicklung des eSports anbelangt. Eigentlich müssten wir bei dem Werbepotential des eSports mit einer unglaublich IT-affinen Community und einer Werbestreuwirkung die nahezu gen Null tendiert, viel mehr Geld erwirtschaften können, um endlich den Sprung von Semi- zu Vollprofispielern und –verantwortlichen zu schaffen. Leider haben es die TOP-Clans in Deutschland noch nicht bewerkstelligen können, einen gemeinsamen Wertenenner in die Industrie zu kommunizieren. Viele verkaufen sich zu günstig – nehmen also lieber den Spatz in der Hand und verkaufen ihre Oma für 500,- Euro-Headsponsorings…

Carsten ‘n!Wepster’ Kunde: Ich bin, was die Bewertung der heutigen eSport Szene angeht, immer sehr zurückhaltend. Vieles sieht nach außen hin glanzvoller aus als es in Wirklichkeit ist. Die grundsätzliche Entwicklung sehe ich als positiv an, vergleicht man die Strukturen jedoch mit anderen Sportarten haben wir noch einen weiten Weg zu gehen.

Du sprichst den Vergleich zu anerkannten Sportarten an. Es gibt viele Stimmen innerhalb der eSport-Community, die einen solchen Vergleich wegen unterschiedlichster Gründe ablehnen…

Carsten ‘n!Wepster’ Kunde: Das kann von mir aus jeder halten wie er mag. Ich sehe in den Strukturen die es in anerkannten Sportarten wie z.B. Fußball oder Handball gibt viel positives von dem ich persönlich lernen kann und welche nützlich für unsere Organisation bei n!faculty sind. Wir haben eine konkrete Vorstellung was die Struktur und Entwicklung von n!faculty angeht, diese verfolgen wir unabhängig von den Meinungen der Community.

Ebenfalls unabhängig von der Community habt ihr die Wahl für das CS:S Team 2009 getroffen. Ihr habt in der letzten Woche verkündet, dass  das Team eine aus regionalen Spielern zusammengestellte Mannschaft sein wird, die über ein Auswahlverfahren bestimmt wird. Erfolg ist immer ein Garant für Zuspruch und Unterstützung. Ist das Risiko, zumindest in Sachen CS:S, nicht sehr hoch, dass ihr an Attraktivität und Ansehen verliert, sollte das Projekt floppen?

Kilian ‘n!derleo’ Ricken: Die Idee eines Kölner Teams bei n!faculty war schon länger vorhanden. Wir hoffen natürlich, dass sich der sportliche Erfolg mit der Zeit einstellt. Anfangs legen wir aber viel Wert darauf ein funktionierendes Team zusammenstellen, welches sich langsam und kontinuierlich steigert.

Bevor wir noch einmal auf die sportliche Komponente eingehen: Seit 2003 bist auch du, Kilian, ein Teil n!facultys. Welche Erinnerungen prägen die Zeit seit deinem Einstieg und wie erlebst du das 10jährige Jubiläum?

Kilian ‘n!derleo’ Ricken: Man könnte das letzte Jahr von n!faculty wohl als das ereignisreichste und auch erfolgreichste Jahr der Clangeschichte einordnen. Von daher habe ich trotz meiner kurzen Zeit im Verein schon einiges miterlebt und am prägendsten war mit Sicherheit die Eröffnung des Vereinsheims.

Das Jahr 2008 war aus sportlicher Sicht ein Erfolg. Zweifacher Meister in World in Conflict, zweifacher Vizemeister in Counter-Strike 1.6, diverse Titel in Trackmania ,Unreal Tournament, Starcraft, Fifa 2008 und viele mehr. Wie ist das noch zu toppen?

Kilian ‘n!derleo’ Ricken: Natürlich ist da noch Luft nach Oben. Wir sind stolz auf die Erfolge die wir im letzten Jahr einfahren konnte, aber langfristig möchten wir uns auch international noch stärker etablieren und natürlich auch national weitere Titel einfahren.

Generell hat man Ende 2008 gesehen, dass sich die Strukturen bei n!faculty weiter ausdehnen. Ihr habt beispielsweise diverse Konsolen-Teams verpflichtet …

Kilian ‘n!derleo’ Ricken: n!faculty wird sich auch in 2009 weiter verändern. Ein Schritt in diese Richtung war vor ein paar Monaten die Aufnahme der Konsolensektion bei n!faculty. Die Enstehung des n!faculty friendz Team in Warcraft 3 zeigt auch, dass wir unsere Planungen damit noch nicht beendet werden und 2009 weiter an der Struktur des Vereins arbeiten.

Das Jahr 2008 war erfolgreich. Dennoch betont ihr immer, dass die Entwicklung noch lange nicht am Ende ist und es noch viel zu verbessern und ergänzen gibt. Wie wird es mit n!faculty im Jahre 2009 weitergehen?

Peter ‘n!law’ Siedlatzek: Die weitere Entwicklung wird auf dem 2008 gelegtem Fundament aufbauen. Zu den Säulen des Fundaments gehört zum einen der erfolgreiche eSport und zum anderen der stetige Ausbau des Vereins auf immer mehr Mitglieder und Disziplinen und damit eine Bewegung auf die Masse der Casual Gamer zu. Dabei soll aber eine klare Trennung zwischen Profisport, Amateursport und Hobbysport aufrecht erhalten bleiben.

Wie soll diese Trennung aussehen?

Peter ‘n!law’ Siedlatzek: Letztendlich dienen für die Fortentwicklung des Projekts die klassischen Sportvereine als Vorbild. Man nehme z.B. einen FC Bayern München e.V., der neben der Fußballabteilung noch weitere Sportarten unterstützt, die nicht in selben Masse in der Öffentlichkeit auftauchen. Da bietet sich z.B. die Schachabteilung des FC Bayern München als gutes Beispiel an. Während der Profisport durch die Fußballbundesliga Mannschaft verkörpert wird und eine enorme Popularität genießt, genießen andere Abteilungen weniger Aufmerksamkeit sind aber dennoch erfolgsorientiert. Schlussendlich gibt es auch dort Vereinsmitglieder die in keiner offiziellen Mannschaft spielen, sondern einfach nur ihr Hobby im Verein ausüben. Die Grundlagen für die Umsetzung eines vergleichbaren Modells im eSport Club n!faculty wurden bereits gelegt. Im Jahr 2009 geht es nun darum diese Grundlagen auszubauen.

Du sprichst davon den Hobbysport weiter zu fördern. Wie darf man sich das vorstellen?

Peter ‘n!law’ Siedlatzek: Bei n!faculty sollen nicht nur erfolgreiche und ambitionierte eSportler Heimat und Support finden. Es sollen auch weiterhin Mitglieder geworben werden, die in der Organisation mit Gleichgesinnten ihrem Hobby nachgehen wollen. Dazu soll die Attraktivität des Vereins ausgebaut werden. Letztendlich sollen Vereinsmitglieder Vorteile genießen, die einfache User oder Fans von n!faculty nicht genießen. Eine solche Maßnahmen hat man bei den Fanfahrten gesehen. Die Mitglieder mussten keinen Fahrtbeitrag leisten. Daneben gibt es noch ein Bündel von Maßnahmen über die wir aber jetzt noch nicht sprechen möchten.

Sieht man bereits erste Erfolge beim Ausbau des Vereins? Warum ist diese Entwicklung für n!faculty insgesamt wichtig?

Peter ‘n!law’ Siedlatzek: Alleine im letzten Jahr konnten wir den Mitgliederstamm mehr als verdoppeln. Mit zur Zeit ca. 300 Mitgliedern ist n!faculty jetzt schon wohl der größte Computerspieler-Verein in Deutschland. Diese Entwicklung wird weiterhin fortgesetzt. Letztendlich soll dieser Weg auch die immense Abhängigkeit von Sponsoren relativieren. Die Erschließung weiterer Finanzierungsquellen um eine monetäre Unabhängigkeit des eSport Clubs zu erreichen soll weiter betrieben werden.

Wird dadurch aber nicht eventuell die sportliche Seite vernachlässigt? Schließlich sollte man als einer der Top-Clans in Deutschland auch eben solche Teams beherbergen …

Peter ‘n!law’ Siedlatzek: Das glauben wir nicht. Letztendlich sind es zwei Säulen. Der erfolgreiche eSport und daneben der – nennen wir es einfach so – Breitensport. Der klassische Sport hat vorgelebt, dass das funktioniert. Wir verlassen uns insoweit auf die Wissenschaftler der Deutschen Sporthochschule Köln, die uns bei diesen Themen immer mit Rat und Tat zur Seite stehen. Eines sei was den Profi-Sport anbetrifft aber noch gesagt: Was wir nie machen werden ist, alles auf eine Karte zu setzen: z.B. Spitzenspieler auf Teufel komm raus zu engagieren, um Sponsoren ein gutes Jahr vorweisen zu können. Viele eSport Projekte sind diesen Weg gegangen. Nur leider gibt es viele dieser Projekte nicht mehr. Finanziell sinnvolles agieren ist und bleibt daher eine wesentliche Prämisse bei allen Entscheidungen.

Neben den sportlichen Ergebnissen konntet ihr im letzten Jahr besonders durch eure Öffentlichkeitsarbeit glänzen. Wird diese Arbeit fortgeführt und, wenn ja, wie wird diese aussehen?

Peter ‘n!law’ Siedlatzek: Natürlich werden wir uns weiterhin für den eSport in der Öffentlichkeit einsetzen. Als erster eSport Club konnte n!faculty den Zuspruch eines Oberbürgermeisters (Stadt Köln) sowie der Landespolitik (NRW) erreichen. Das war harte Arbeit von mehr als einem Jahr. Daneben agieren wir in enger Zusammenarbeit mit Stellen der Jugendpflege wie z.B. der Jugendmedienpädagogik der Stadt Köln oder der Bezirksjugendpflege in Köln-Mülheim sowie deutschen Universitäten wie z.B. der Deutschen Sporthochschule Köln oder der Universität Duisburg.

Wir haben zusammen mit der Stadt an dem Jugendforum.NRW mitgewirkt. Daneben sind wir Ansprechpartner für mehrere Schulen in Köln, die den eSport in den Unterricht integrieren wollen . Gerade die Schulen sind sehr besorgt, was dieses Thema anbetrifft. Sie haben Angst, dass die Elternschaft nervös wird, wenn Counter Strike zum Inhalt des Unterrichts wird. Sie fühlen sich daher besonders Wohl mit n!faculty wo sie eben nicht nur eSport sondern auch aktive Jugendarbeit erleben. Ich glaube, wir haben ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit für öffentliche Stellen. Genau an dieser Stelle wird es auch weitergehen. Es sind sogar eSport AG´s von Schulen in Planung, die im Vereinsheim stattfinden sollen.

Wir verstehen unsere Arbeit in diesem Bereich als wesentlichen Meilenstein, um den eSport in Deutschland weiter zu etablieren und auszubauen. Davon profitiert nicht nur n!faculty sondern die gesamte eSport Szene.

Ich danke euch für dieses Interview
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Autor: Christian Kresse
Publikationssdatum: 13.01.2009
Publikationsort: www.faculty.de

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